Freitag, 13. Juli 2018

Redebeitrag - Der AfD den Flügel stutzen - 22.06.2018 - Schnellroda

Am 22.06.2018 hat Kubitschek im Vorfeld des sog. Flügeltreffens der AfD in Burgscheidungen nach Schnellroda geladen. Wir haben uns dem Protest des Kollektivs IfS-dichtmachen angeschlossen und dokumentieren hier unseren Redebeitrag.


Lieber Hans, lieber Thomas, lieber Rick, liebe weiße, deutsche, heterosexuelle Männer mit Lebenserfahrung:

Es ist ein Elend, wie ihr in letzter Zeit von Ort zu Ort ziehend immer wieder mit dem selben regressiven Kram nervt. Klar, viel mehr nervt uns, welchen Einfluss ihr auf Bundes- und Landespolitik nehmt, weil bürgerliche Parteien vor euch Scheinriesen Angst schieben. Es nervt zu sehen, dass euer schwammiges Hokus-Pokus-Gefasel von irgendeiner Kultur oder Volksgemeinschaft und eure ständige Paranoia dahingehend Früchte tragen, dass weiter großes Schweigen über Armut und Reichtum in diesem Land herrscht.
Euch ist es zu Verdanken, dass aufgeblasene Bonzen irgendwelche belanglosen Kommentare zu Burka-Debatten abgeben können und kein Wort dazu verlieren müssen, wie wir den Pflegenotstand überwinden können.
Dass über Sexismus im Islam diskutiert wird während das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen in Deutschland immernoch unangetastet bleibt.

Ich breche die Liste eurer "Erfolge" an dieser Stelle ab. Denn nun wollt ihr auch noch in die Kommunalpolitik drängen.
Abgesehen von eurem Verlangen nach Ressourcen und eurer Absicht zu nerven, was ihr hochtrabend "Sabotage" nennt, habt ihr mittelfristig wohl zwei zentrale Anliegen:

Ihr wollt unsere migrantischen Freund*innen vertreiben und ihr wollt an unsere Freiräume.

Unsere Freiräume entstehen nicht wie bei den neuen alten Rechten durch die Finanzierung aus Töpfen von AfD und keinProzent, welche sich wiederum aus Steuergeldern und Spenden großer Firmen-bosse speisen, sondern aus unserer eigenen substanziellen sowie inhaltlichen Aufbauarbeit.
Stellt euch die Frage warum junge Menschen seit Jahrzehnten aus den Dörfern und Kleinstädten wegziehen. Alles auf Arbeitsplätze zu schieben ist zu kurz gedacht. Wer junge Menschen in der Region halten will, der muss dafür sorgen, dass sie hier nicht nur arbeiten sondern auch leben können. Mit den jüngsten Angriffen konservativer und faschistischer Kräfte auf diese Freiräume werden Orte bedroht, in denen eben dieses Leben für junge Menschen möglich ist.
Und wer junge Menschen in der Region halten will, sollte sie nicht nach rassistischen Kriterien aussieben!

Ich stehe hier in Solidarität mit einem meiner geflüchteten Freunde, der als Altenpfleger Überstunden schiebt und damit täglich mehr für die Menschen in diesem Land tut als irgendein AfD-Parteibonze, Nazi-Hipster oder neurechter Ziegenbesitzer.
Euch sei also gesagt, dass wir weder unsere Freiräume, noch unsere migrantischen Freunde kampflos aufgeben werden und dass wir überall dort den Anfängen wehren werden, wo ihr sie bedroht!

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